Autogrammstunde

Am 12.02.2018 erklärten sich Uwe Neuhaus und Paco (Pascal Testroet) dazu bereit, eine Autogrammstunde zu Gunsten von LENNYs Familie zu geben.
Das Motto „Autogramm gegen Spende“ ging vollständig auf.
Da aufgrund des Termins mitten in der Woche leider nur zwei unserer Exil 53 Vertreter vor Ort sein konnten, schreiben wir Euch hier ein paar Zeilen zu dem Erlebten nieder.

Weiter unten findet Ihr auch noch ein paar schöne Bilder von dem Abend.

Noch nie war es so schwierig für mich einen Anfang für einem Beitrag zu finden.
Ich bin immer noch emotional komplett neben der Spur. Das, was ich an den letzten beiden Tagen erleben durfte, war trotz des traurigen Hintergrundes wohl bisher so ziemlich das Schönste außerhalb meiner leiblichen Familie.

Der Entschluss, nach Dresden zu fahren fiel ziemlich spontan am Freitag, weil aufgrund der hier im Südwesten stattfindenden Fasnet (Fasching) sowieso alle durchdrehen.

Nach dem Spiel gegen in Fürth ging es ab auf die gut 300km Richtung Dresden.
In Weißig angekommen, folgte die herzliche Begrüßung durch Carsten (der gut aussehende junge Mann, der gemeinsam mit unserem Tommy das Interview vor dem Bochum-Spiel gegeben hat).
Von ihm wurde ich dann auch zum Sporthotel der SG Weißig e.V. eskortiert.
Noch schnell 2 Bierchen während ich mir die ARD Reportage über ULTRAS angesehen habe.
Jetzt aber nüscht wie in die Federn….

Da die Damen vom Housekeeping leider erst nach fünf oder sechs erfolgreichen Versuchen bemerkt hatten dass da ein Schlüssel von innen steckt und das Zimmer offenbar bewohnt ist, war die Nacht um 7 Uhr schon wieder vorbei.

Ab unter die Dusche, Krempel zusammen gepackt und volles Rohr rüber zu Lars in sein Restaurant.
Dann das erste mal feuchte Augen (Ihr müsst wissen, dass wir mit Lars tagtäglich in Kontakt stehen um A wegen Lenny zu sprechen und B über die Entwicklungen der LENNYARMY und weitere Möglichkeiten).
Als würden wir uns schon ewig persönlich kennen….
Versorgt wurde ich von Lars und seinem Team über 2 Tage, dass es mir schon fast unangenehm ist. Es war alles so herzlich und liebenswert, dass man gerade Euch Dresdnern dieses Lokal einfach nur empfehlen kann.

OK, viele denken jetzt vielleicht, „hör auf zu labern und komme zum Punkt“…
Werde ich gleich. 

Nachdem mega leckeren Frühstück und einigen sehr konstruktiven Gesprächen ging die Tür vom Lokal auf und Mario (Lennys Vater) kam herein.
Mir wurde wirklich für einen Moment richtig flau im Magen und eigentlich schon übel.
Ich habe viele Male im Kopf durchgespielt, wie es wohl sein wird, wenn wir uns das erste Mal begegnen.
Keines der Szenarien hat auch nur annähernd gepasst.
Lars hat mich ihm vorgestellt als einer von den ganzen tollen Menschen, die die LENNYARMY zum marschieren gebracht haben.

Man kann seine Reaktion nicht in Worte fassen.
Ihm schossen die Tränen in die Augen und da auch ich nicht aus Stein bin, ging es mir genau so.
Ich habe versucht, ihm möglichst schonend zu schildern, was sich (DANK EUCH ALLEN DA DRAUSSEN!!!) in den letzten Wochen entwickelt hat.
Er KONNTE es nicht begreifen, weil es selbst für uns noch unvorstellbar ist.
Zumal er gerade in diesem Moment vom Arbeitsamt kam, wo ihm mitgeteilt wurde, dass er kein Arbeitslosengeld bekommen wird, da er ja im Moment nicht vermittelbar ist.
Traurig genug ist, dass er aufgrund der schweren Erkrankung von Lenny seinen Job verloren hat.
Und das ist jetzt nur meine persönliche Meinung, die ich hier kund tue:
Ich finde es ZUM KOTZEN(!!!), dass jemandem in dieser Situation dann auch noch mitgeteilt wird, dass die weitere Bearbeitung bis zu 3 Monate dauern wird.

Wir haben keine Zahlen genannt, sondern nur gesagt, das AUSREICHEND Mittel vorhanden sind, um Lenny JEDEN Wunsch zu erfüllen, der zu seiner Freude und Ermutigung beiträgt.
Wie schon erwähnt, Mario kann einfach noch nicht realisieren, was hier durch Lars und die LENNYARMY in Gang gesetzt wurde.

Als er sich dann mit (bis später… hoffentlich) verabschiedet hatte, war erst einmal ziemlich komische Ruhe. 
Verständlich…
So etwas muss erst einmal sacken…

Aber dann…. Volle Kanne an die Vorbereitungen für den legendären Abend.
Tische rücken, Fahnen hängen, alle in die feine bordeaux-farbene Uniform!

Bereits mehr als eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn schimmerte es von draußen reichlich schwarz-gelb.
Es war schon ziemlich kühl, was aber niemanden davon abhielt, geduldig zu warten.
Und dann ging es los….
Bocki und kühles Bier aus dem Stadionbecher stellten schon mal eine tolle Atmosphäre her.

Uwe und Paco haben heute wahrscheinlich wunde Finger!
Es war der WAHNSINN!!! 250 – 300 Menschen strömten nach Weißig.
Die ganze Zeit über herrschte so eine wahnsinnig schöne Stimmung im Lokal, dass man sich einfach wohlfühlen musste.

Und dann war Mario auch wieder da.
Kurz zur Info: Lenny bekommt zur Zeit orale Chemo-Therapie. Für Papa bedeutet das, vor der eigentlichen Pille müssen zwei weitere in stündlichen Abständen verabreicht werden, als Vorbereitung.

Das, was in seinem Gesicht zu sehen war, werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen!!!
Ein Mann, der seit mehr als zwei Jahren die Hölle durchläuft, jeden Morgen auf´s Neue aufsteht und seinem Lenny vermitteln muss, dass er es schaffen wird….
Ein Mann, der ALL DAS quasi alleinerziehend bewältigt….
Ein Mann, der von den Behörden vor den Kopf gestoßen wird….

Und dann dieser Andrang von Menschen, die IHN und Lenny vollkommen selbstlos unterstützen!

Mario stellt sich vor den Tisch, an dem Uwe und Paco saßen, bekam kein Wort heraus und natürlich flossen Tränen.
Uwe Neuhaus sieht ihn kurz an, steht auf und nimmt ihn einfach in den Arm.

Das war der Moment, wo auch ich nicht mehr konnte. Ja, auch Männer dürfen weinen.

Auf diesem Bild ist Mario mit seinem großen Sohn Lucas.

Der Text ist jetzt schon viel länger, als er eigentlich werden sollte. Es ist aber wirklich so, dass ich noch jetzt heftig mit den ganzen Eindrücken zu kämpfen habe.

NIE IM LEBEN hätten wir erwartet, dass wir als eine nicht mal 30-Mann (& Frau) starke Truppe zusammen mit Lars und Euch allen so etwas tolles bewegen und in Gang setzen würden….
Aber gerade nach den zwei Tagen in Dresden kann ich versichern, dass wir ALLES komplett richtig gemacht haben und jetzt noch mal Vollgas geben, um ALLES für Lenny und seinen Vater zu tun!!!

Und damit auch Ihr Euch vorstellen könnt, was Ihr eigentlich zu all dem beitragt:
Der gestrige Abend brachte (inkl. Shirt-Verkauf) MEHR ALS 2.000,- EUR an Spenden ein.

Mein Kopf kann auch heute (24 Stunden später) noch nicht wirklich sortieren, was an den letzten beiden Tagen an Emotionen eingeprasselt ist.
Ich bin aber unendlich dankbar, dass ich an diesen Tagen so wahnsinnig tolle Menschen kennen lernen durfte.